Sommerschule füllt Lücken im Schulwissen

Ulrike Koch (Landeshauptstadt Stuttgart)

Ministerialdirektor Michael Föll und Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, besuchen die Sommerferienwoche im Stadtmedienzentrum (SMZ) im Stuttgarter Osten. | Foto: Anna Zierer / SMZ

Schulstoff und soziale Kompetenzen in der Sommerschule erlernen

In der fünften Sommerferienwoche vom 31. August bis zum 4. September erlebten 25 Kinder der dritten und vierten Klassen die Sommerschule in Stuttgart-Ost. Ministerialdirektor Michael Föll, Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, und Birgit Popp-Kreckel, stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamts, haben die Sommerschule in den Räumlichkeiten des Stadtmedienzentrums Stuttgart am 3. September besucht und sich über deren Programm informiert.

Bürgermeisterin Isabel Fezer sagte: „Es ist vorbildlich, wie viele lokale Akteure des Sozialraums hier zusammenwirken, um die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Freizeitpädagogische, schulische und digitale Angebote ergänzen sich wechselseitig. Die Kinder haben Spaß am Lernen und starten gestärkt ins neue Schuljahr.“

Ministerialdirektor Föll sagte: „Die Landeshauptstadt hat durch die Kooperation mehrerer Grundschulen mit dem Stadtmedienzentrum einen abwechslungsreichen und zeitgemäßen Sommerschulstandort geschaffen. Mit diesem Konzept kombinieren sie die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrkräfte mit den Unterstützungsmöglichkeiten des Stadtmedienzentrums beim digitalen Unterricht. Vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie-Situation ist dieser Fokus absolut sinnvoll.“

Auf Initiative der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft der Stadt Stuttgart haben sich die Raitelsbergschule, die Armeisenbergschule sowie die Grund- und Werkrealschule Ostheim gemeinsam mit dem Stadtmedienzentrum, dem Gemeinschaftserlebnis Sport und weiteren Partnern im Sozialraum für die vom Kultusministerium finanzierte Sommerschule zusammengeschlossen. Wesentliche Elemente der Sommerschule finden in den Räumlichkeiten des Stadtmedienzentrums statt.

Die Sommerschule hilft, wesentliche Lerninhalte in den Fächern Deutsch und Mathematik nachzuholen sowie soziale Kompetenzen wie Toleranz, Respekt und Geduld oder das Arbeiten im Team zu trainieren. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem digitalen Lernen. Freizeitpädagogische Elemente ergänzen das Angebot. In der Sommerschule 2020 steht das digitale Lernen im Hinblick auf Fernunterricht im Vordergrund, das aufgrund der aktuellen Situation eine hohe Relevanz besitzt.

Die Lerneinheiten der Sommerschule finden in den Räumen des SMZ Stuttgart statt. Die dort vorhandene technische Ausstattung unterstützt bei den Lerneinheiten. | Foto: Anna Zierer / SMZ

Hintergrund zur Sommerschule Ost

Die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen, die an der Sommerschule in Stuttgart-Ost teilnehmen, kommen aus den drei Stadtteilschulen Ameisenbergschule, GWRS Ostheim und Raitelsbergschule. Ihre Klassenlehrerinnen und -lehrer haben Empfehlungen für die Teilnahme gegeben.

Die Sommerschule will in erster Linie die Deutschkenntnisse der Schüler verbessern, Lücken in Mathematik füllen, die Konzentrationsfähigkeit trainieren und im Hinblick auf Fernunterricht das digitale Lernen stärken. Alle Schüler und Schülerinnen sollen an selbstorganisiertes Lernen herangeführt werden – egal ob mit oder ohne digitale Erfahrungen. Gleichzeitig sollen die individuellen Fähigkeiten, die Kreativität und Kommunikationskompetenz gefördert werden. Die Sommerschule vermittelt auch kulturelle Bildung, trainiert soziale Kompetenzen wie Toleranz, Respekt, Geduld und Teamarbeit. Dabei steht gemeinsam Spaß haben und dabei lernen im Vordergrund. 

Die Fächer Deutsch und Mathematik werden jeweils von einer Lehrkraft aus der Raitelsbergschule und der GWRS Ostheim übernommen. Für die Lerneinheiten „Exekutive Funktionen“ beziehungsweise „Lernen lernen“ und Konzentrationstraining ist das Gemeinschaftserlebnis Sport verantwortlich, das hier auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen kann. 

Alle Lerneinheiten finden in den Räumen des Stadtmedienzentrums statt, die dort vorhandene technische Ausstattung unterstützt bei den Lerneinheiten. Auch für den ergänzenden Bereich des digitalen Lernens werden die vielfältigen Medienbildungsangebote des Stadtmedienzentrums genutzt. Durch die Rhythmisierung und die Anzahl der pädagogischen Fachkräfte entstehen kleine Lerngruppen, die eine individuelle Förderung ermöglichen. 

Verantwortlich für den erlebnispädagogischen Bereich ist ein Netzwerk aus Stadtteileinrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, die kooperativ das Programm vorbereiten und gestalten sowie ihre Räume für die Aktionen zur Verfügung stellen. Um einen erlebnispädagogischen Anteil des Programms sicherzustellen, verlassen punktuell einzelne Lerngruppen das Stadtmedienzentrum, zum Beispiel für Stadtteilerkundungen, Einrichtungsbesuche, Bewegungseinheiten, Spiel- und Bastelangebote. 

Besondere Berücksichtigung finden die unterschiedlichen Lebenssituationen, die verschiedenen Schularten sowie die unterschiedliche kulturelle und soziale Herkunft der Teilnehmenden. Die Angebote ohne Noten und Leistungsdruck schaffen für den Erwerb von Handlungs- und Alltagskompetenzen ein ideales Lernfeld und schulen das Toleranzverhalten sowie die Integrations- und Teamfähigkeit.

Die Lerneinheiten der Sommerschule finden in den Räumen des Stadtmedienzentrums statt. Für den Fachunterricht können, neben der klassischen Kreidetafel, alle möglichen digitalen Endgeräte mit WLAN sowie das Internet genutzt werden.

Beteiligte Einrichtungen und Institutionen sind das Gemeinschaftserlebnis Sport (GES), das Kinder- und Jugendhaus Ostend (Träger: Stuttgarter Jugendhausgesellschaft), das Familien und Begegnungszentrum T-RiO9a im Raitelsberg, die Mobile Jugendarbeit Stuttgart-Ost (Träger: Evangelischen Gesellschaft Stuttgart) und der Aktivspielplatz Raitelsberg. 

Die Schüler/-innen der dritten und vierten Klassen, die an der Sommerschule in Stuttgart-Ost teilnehmen, kommen aus den drei Stadtteilschulen Ameisenbergschule, GWRS Ostheim und Raitelsbergschule. | Foto: Anna Zierer / SMZ

Allgemeines zum Sommerschulprogramm

  • Sommerschulen sind bundesweit in der Kombination der Förderung Mathematik / Deutsch / Englisch plus Verzahnung mit einem Themenschwerpunkt einzigartig
  • Start des Sommerschulprogramms im Jahr 2010 an vier Modellstandorten (mit Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung, Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Ravensburger Verlag)
  • Evaluationsergebnisse (2011) der PH Ludwigsburg bestätigen nachhaltige positive Effekte
  • Bildungsausschuss des Landtages plädiert 2012 fraktionsübergreifend für eine Verstetigung
  • 2017 Ausweitung auf 37 Standorte
  • 2018 Ausweitung auf 47 Standorte, inklusive acht Grundschulen und sechs Beruflicher Gymnasien, Förderung von mehr als 1.100 Schülerinnen und Schülern
  • Evaluation durch die PH Ludwigsburg erfolgt an fünf Grundschulen, darunter Festspielhaus Baden-Baden als Kooperationspartner, und an Beruflichen Gymnasien

Ulrike Koch (Landeshauptstadt Stuttgart)

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